Kernbohrung für Dunstabzugshaube an Außenwand

Ist für die Abluftleitung Ihrer Dunstabzugshaube bauseits noch keine Wandöffnung vorhanden, ist eine Kernbohrung die sauberste und dauerhafteste Lösung. Viele Bauherren und Renovierer fürchten Staub, Lärm und statische Risiken. Doch mit der richtigen Planung, einem Durchmesser von 160 mm und 2 Grad Gefälle nach außen gelingt die Kernlochbohrung schnell, erschütterungsfrei und schützt die Fassade vor Kondenswasser.

Goldene Regel für die Kernbohrung: Bohren Sie für ein 150er Abluftsystem stets mit 160 mm Durchmesser und einem leichten Gefälle von ca. 1 bis 2 Grad zur Außenwand. Das Gefälle stellt sicher, dass eventuell anfallendes Kondensat im Rohr zuverlässig nach außen abtropft und nicht in den Lüftermotor zurückläuft.

1. Vorbereitung & Baugrund-Prüfung

Vor dem Ansetzen des Bohrgeräts müssen statische und haustechnische Gegebenheiten verbindlich geklärt sein:

  • Leitungsortung: Prüfen Sie die Wandzone mit einem Ortungsgerät auf verdeckte Stromkabel, Wasserleitungen oder Gasrohre.
  • Sturzhöhen beachten: Halten Sie ausreichend Abstand zu tragenden Fenster- und Türstürzen ein (in der Regel mindestens 20 cm Abstand zur Sturzunterkante).
  • Wandbaustoff & Verfahren: Bei Ziegelmauerwerk und Porenbeton kann trocken gebohrt werden; bei armiertem Stahlbeton ist ein Nassbohrverfahren mit Wasserabsaugung zwingend erforderlich.

2. Schritt-für-Schritt Ablauf der Kernbohrung

  1. Mittelpunkt anzeichnen: Bestimmen Sie die Achse des Abluftrohrs anhand der Montageanleitung der Haube. Achten Sie auf die Deckenabhängung und Oberschrankhöhen.
  2. Bohrkrone ausrichten: Das Kernbohrgerät wird fest an der Wand verankert. Stellen Sie die Neigung auf 1 bis 2 Grad Gefälle nach außen ein.
  3. Sauber durchbohren: Diamant-Bohrkronen trennen Ziegel, Beton und Armierungseisen ohne Erschütterungen. Der Bohrkern wird in einem Stück entnommen.
  4. Mauerhülse einkleben & abdichten: Schieben Sie das Mauerkastenrohr (z. B. COMPAIR PRIME flow®) ein. Dichten Sie den Ringspalt außen mit schlagregendichtem Dichtband und innen mit Blower-Door-Dichtmasse ab.
Wandaufbau Bohrverfahren Empfohlener Durchmesser Dichtungsanforderung
Ziegel / Kalksandstein Trockenbohrung mit Absaugung Ø 160 mm (für 150er System) Dämmschaum + Blower-Door Tape
Stahlbeton Nassbohrung mit Wasserfang Ø 160 mm Ringraumdichtung gegen drückendes Wasser
Holzständerwerk Lochkreissäge / Stichsäge Ø 160 mm Dampfbremsen-Manschette luftdicht verkleben

3. Außenabschluss mit Blower-Door Standard

Nach der Kernbohrung verhindert ein moderner Mauerkasten wie die COMPAIR THERMOBOX oder der flow Star GTS Wärmeverluste. Mechanische oder magnetische Verschlussklappen schließen absolut dicht gegen Winddruck und verhindern das Eindringen von Insekten und Zugluft.

Empfohlene Mauerkästen nach der Kernbohrung

Häufige Fragen zur Kernbohrung (FAQ)

Wie groß muss die Kernbohrung für ein 150er Rohr sein?

Die Kernbohrung sollte exakt 160 mm Durchmesser betragen. Das gibt 5 mm umlaufendes Spiel, um das Gefälle von 2 Grad auszurichten und das Rohr mit Dichtband winddicht einzuschäumen.

Kann man eine Kernbohrung selbst durchführen?

In weichem Ziegelmauerwerk ist das mit einem geliehenen Hand-Kernbohrgerät mit Rutschkupplung möglich. In armiertem Beton empfiehlt sich dringend die Vergabe an einen professionellen Kernbohrdienst.

Abluft nach der Kernbohrung sicher abschließen

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